RX 2025-03-16 · CAT AMATEURFUNK · 2 min

Der Ballon hebt ab — und überrascht uns mit einer unglaublichen Reise

QSL · DO7TC

Vier Funkamateure stehen auf einem Feld vor dem mit Helium gefüllten Stratosphärenballon. Einer hält die Schnur, daneben liegen Fallschirm und Nutzlast, rechts steht die Heliumflasche.
Ballon ist startbereit. Foto: Kajetan Wojtowicz, CC-BY-2.0

Was als regionales Experiment begann, wurde ein spektakulärer Langstreckenflug. Der Stratosphärenballon, den wir gestern um 15 Uhr vom Rittergut Friedrichshausen in Dassel gestartet haben, hat alle Erwartungen übertroffen — in der Reichweite wie in der Erkenntnis.

Der Start

In einer sorgfältig vorbereiteten Styroporbox steckte die gesamte Funk- und Messtechnik, der Fallschirm für die sichere Rückkehr lag bereit. Mit Helium befüllt wuchs der Ballon schnell auf die nötige Größe, um seine Nutzlast zu tragen. Dann der Countdown: 3 — 2 — 1 — Start.

Schnell stieg er auf rund 25.000 Meter und wurde dort von starken Höhenwinden erfasst. Unsere Prognose sagte, er würde zwischen Magdeburg und der Lutherstadt Wittenberg platzen und wieder zur Erde sinken.

Das Wetter hatte andere Pläne.

Ein Marathonflug, mit dem niemand gerechnet hat

Statt nach wenigen Hundert Kilometern zu platzen, zog der Ballon weiter — erst über Sachsen-Anhalt, dann Richtung Polen. Zwischen Breslau und Warschau sendete er noch zuverlässig Daten, bevor es weiter Richtung Litauen ging.

Erst nach 7,5 Stunden war die Batterie erschöpft. Dann verschwand er aus unserer Reichweite.

Ein Funksignal, das Europa erobert

Über eine spezielle Bildübertragungstechnik haben wir während des Fluges mehr als 150 Bilder an Empfangsstationen in ganz Europa gesendet.

Die eigentliche Überraschung war aber die Reichweite. Empfangsberichte kamen nicht nur aus Deutschland und Polen, sondern auch aus Österreich, Finnland und Frankreich — Ländern, die gar nicht auf der Flugroute lagen. Insgesamt gingen über 170 Empfangsbestätigungen ein.

Wir hätten nie gedacht, dass unsere selbst entwickelte Technik so weit empfangen wird. Für die wissenschaftliche Auswertung der Funkwellenausbreitung in großen Höhen sind diese Berichte besonders wertvoll — ein Thema, das über den Amateurfunk hinaus für die Kommunikationstechnik interessant ist.

Lust auf mehr

Auch wenn der Ballon irgendwann außer Reichweite geriet: Die Mission war ein voller Erfolg. Die Daten liefern wertvolle Erkenntnisse über Funksignale in der Stratosphäre, und die Begeisterung war groß.

Ein besonderer Dank geht an die Funkamateure aus Einbeck, die uns vor Ort besucht und moralisch unterstützt haben.

Wer mehr über das Hobby erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, den DARC-Ortsverband Einbeck zu besuchen. Die Mitglieder treffen sich jeden Donnerstag ab 18:30 Uhr im Haus der Jugend.

Weitere Projekte und Informationen gibt es auf der Seite der Interessengemeinschaft Hamspirit: ighamspirit.de

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